Bei internationalen Überweisungen begegnen dir häufig zwei wichtige Kennungen: die IBAN (International Bank Account Number) und der SWIFT-Code (auch BIC oder Business Identifier Code genannt). Sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Ob du eine oder beide Angaben brauchst, hängt vom Zahlungsschema, dem Zielland und den Vorgaben der Bank oder des Zahlungsanbieters ab.
IBAN: Identifiziert das Konto
Eine IBAN identifiziert ein bestimmtes Bankkonto. Sie enthält bis zu 34 alphanumerische Zeichen und codiert unter anderem das Land, die Prüfziffern, die Bankkennung, gegebenenfalls die Filialkennung und die Kontonummer. Das Zahlungssystem erkennt damit, auf welches Konto das Geld gehen soll.
Beispiel: DE89 3704 0044 0532 0130 00 — identifiziert ein bestimmtes Konto bei einer Bank in Deutschland.
SWIFT/BIC: Identifiziert die Bank
Ein SWIFT-Code beziehungsweise BIC identifiziert das Finanzinstitut, nicht ein einzelnes Konto. Laut SWIFT besteht ein BIC aus 8 oder 11 Zeichen:
- 4 Buchstaben — Kennung der Bank beziehungsweise des Geschäftspartners (zum Beispiel
DEUTfür die Deutsche Bank) - 2 Buchstaben — Ländercode (zum Beispiel
DEfür Deutschland) - 2 Zeichen — Standortcode (zum Beispiel
FFfür Frankfurt) - 3 Zeichen (optional) — Kennung der Filiale oder Organisationseinheit
Beispiel: DEUTDEFF — der BIC der Deutschen Bank in Frankfurt.
Die wichtigsten Unterschiede
| IBAN | SWIFT/BIC | |
|---|---|---|
| Identifiziert | Ein bestimmtes Bankkonto | Ein Finanzinstitut |
| Länge | 15–34 Zeichen | 8 oder 11 Zeichen |
| Fehlererkennung | Enthält integrierte MOD-97-Prüfziffern | Hat keine MOD-97-Prüfsumme |
| Abdeckung | Nationale Formate werden im IBAN-Register von SWIFT veröffentlicht; IBANs sind nicht weltweit einheitlich verbreitet | Internationale Kennung für Finanzinstitute |
| Verwendung | Das richtige Konto identifizieren | Das richtige Institut identifizieren |
Wann brauchst du beide Angaben?
Ob du eine IBAN, einen BIC oder beide Angaben brauchst, hängt vom Zahlungsschema und den Anforderungen der Empfängerbank ab. Für manche grenzüberschreitenden Zahlungswege werden IBAN und BIC oder eine andere Institutskennung verlangt. Andere Wege verwenden eigene Kontonummern- und Routing-Formate.
Ausnahme: Bei vielen Euro-Zahlungen innerhalb des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums (SEPA) ist die IBAN die vom Kunden anzugebende Kontokennung. Die Zahlung kann verarbeitet werden, ohne dass die Kundin oder der Kunde zusätzlich einen BIC angeben muss. Welche Angaben genau nötig sind, hängt trotzdem vom SEPA-Schema, den beteiligten Zahlungsdienstleistern und den Zahlungsanweisungen ab.
Verwechsle die beiden Kennungen nicht: Die IBAN identifiziert das Konto, der BIC das Finanzinstitut.
Geografische Abdeckung
- IBANs verwenden nationale Formate, die im aktuellen IBAN-Register von SWIFT veröffentlicht werden. Sie sind nicht universell: Die USA, Kanada, Australien, China und Japan verwenden keine IBANs.
- SWIFT-/BIC-Codes identifizieren Finanzinstitute im internationalen Zahlungsverkehr, auch bei Zahlungswegen in Ländern ohne IBAN-Format.
Deshalb können US-amerikanische Banken einen SWIFT-/BIC-Code haben, ohne IBANs auszustellen.
Zusammenfassung
Stell dir den SWIFT-/BIC-Code als Adresse der Bank im internationalen Finanznetzwerk vor und die IBAN als konkreten Briefkasten an dieser Adresse. Wenn ein Zahlungsschema beide Angaben verlangt, helfen sie gemeinsam dabei, die Zahlung zum richtigen Institut und Konto zu leiten. In anderen Zahlungsschemata muss der Kunde keinen BIC angeben.
Für die Entwicklung kannst du unseren IBAN-Generator verwenden, um gültige Test-IBANs zu erstellen. Denke aber daran: Test-IBANs müssen mit fiktiven SWIFT-Codes kombiniert werden, die keine Zahlungen an echte Banken leiten.